Wendelin Bitzan

Wendelin Bitzan

Arbeit an Musikschulen in Berlin

Für den Tonkünstlerverband Berlin habe ich eine Stellungnahme zur aktuellen Musikschulpolitik des Berliner Senats verfasst. Darin begrüßen wir den Vorstoß der Regierungskoalition, mehr Festanstellungen an den öffentlichen Musikschulen zu schaffen, halten die derzeitigen Pläne aber für unzureichend, um eine nachhaltige Versorgung mit Musikschulunterricht zu gewährleisten. Wir nehmen einen differenzierten Blick auf die musikpädagogische Landschaft in Berlin ein, die nicht nur aus den Angeboten der Bezirksmusikschulen, sondern auch denen der freien Musikschulen und der selbstständigen Musikpädagog*innen besteht. Dabei vertreten wir die Interessen von Lehrkräften in jeder dieser drei Säulen und setzen uns für faire Vergütungen in allen Tätigkeitsformen und Erwerbsmodellen ein. Hier könnt ihr das vollständige Statement lesen.

Fröhliche Feiertage in die Runde, und einen guten Jahreswechsel! Möge der Dezember für euch auf gelungene Weise zu Ende gehen 🙂

Dokumentation über Exzellenz im Musikbetrieb

Im vergangenen Sommer hatte ich das Vergnügen, als Interviewpartner an einer Audiodokumentation mitzuwirken, in der es um das Thema Exzellenz im klassischen Musikbetrieb und Kontexte wie Ausbildung, Wettbewerb, berufliche Anforderungen sowie ästhetische und künstlerische Ideale ging. Die Autorin Judith Rauwald hat durch ihre Fragen bewirkt, dass ich über einige Sachverhalte noch einmal neu nachgedacht und reflektiert habe. Hier stelle ich mit ihrem Einverständnis einen Zusammenschnitt zur Verfügung, der diejenigen Passagen der 45minütigen Produktion enthält, in denen meine Stimme zu hören ist. Vielen Dank für die produktive Zusammenarbeit!

 

Musik, Urheberrecht und Open Education

Gestern habe ich an einer faszinierenden Konferenz dieses Titels teilgenommen, ausgerichtet von der Open Music Academy und der Hochschule für Musik und Theater München im Saal X des Gasteig München. Die Veranstaltung wies ein beeindruckendes Line-up aus Künstler:innen, Dozent:innen und Rechtsexpert:innen auf, und ich habe den Gedankenaustausch mit Kolleg*innen aus ganz Deutschland sehr genossen. Es gab Vorträge von Frédéric Döhl, Friederike von Franqué und Fabian Rack sowie eine spannende und kontroverse Podiumsdiskussion mit Beiträgen von Matthias Hornschuh, Ulrich Kaiser, Renate Schmid und anderen. Ich selbst hatte das Vergnügen, einen Workshop über die Möglichkeiten der Plattform Open Music Academy und ihr Potential für den Musiktheorieunterricht. Herzlichen Dank an alle Organisator:innen, insbesondere Ilka Mestemacher and Shinta Walker aus dem OMA-Team!

Neue Honorarrichtlinien des TKV Berlin

Mein Musikberufsverband, der Tonkünstlerverband Berlin, hat eine Neuedition seines Leitfadens mit Honorarrichtlinien für Auftritte, Proben und Unterrichtstätigkeiten ohne öffentliche Förderung veröffentlicht. Die empfohlenen Honorare sind im Vergleich zu der ersten Fassung von 2023 inflationsbedingt leicht erhöht worden. Auch wenn diese Standards nicht sofort umsetzbar oder in näherer Zukunft noch nicht erreichbar sein sollten, so bieten sie doch eine Orientierung über den Wert der Arbeit professionell ausgebildeter Musiker:innen und geben eine Grundlage für Honorarverhandlungen. Freischaffende Auftragnehmer:innen wie Auftraggeber:innen im Musikbereich sollten sich bewusst machen, wie faire Vergütungen aussehen müssten, durch die ein existenzsicherndes Einkommen generiert werden kann. Verbreitet die Honorarrichtlinien gern nach Belieben weiter und informiert auch eure Freunde und Kolleg:innen!

» Link zu den Honorarrichtlinien des TKV Berlin

Machtmissbrauchsprävention in der Musikwissenschaft

Während der letzten 15 Monate war ich an einer Arbeitsgruppe zur Machtmissbrauchsprävention in der deutschsprachigen Musikwissenschaft beteiligt. Bei der diesjährigen Tagung der Gesellschaft für Musikforschung haben wir einen vorläufigen Bericht unserer Aktivitäten vorgestellt, der eine umfangreiche Erhebung zum Thema innerhalb der Gesellschaft einschließt; diese zeigt sehr deutlich die Notwendigkeit von Präventions- und Interventionsmaßnahmen. Mein Respekt und Dank gebührt Ina Knoth, die den Bericht mit äußerster  Sorgfalt zusammengestellt hat, und meinen lieben Kolleginnen Cornelia Bartsch, Beate Kraus und Paolina Aquilino aus unserem höchst engagierten Team. Bei Interesse findet ihr den Bericht und die Auswertung der Befragung hier.

Zudem haben wir eine Gruppe von Vertrauenspersonen rekrutiert, die bei der GfM-Mitgliederversammlung gewählt und als Ansprechpartner:innen für alle potentiellen Fälle von Machtmissbrauch innerhalb der Gesellschaft zuständig sein werden. Ich bin froh, dass Christoph Flamm, Manuel Gervink, Ariane Jeßulat, Sabine Meine und Josephine Pritz sich bereiterklärt haben, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Dank geht auch an den GfM-Vorstand, der das Anliegen behutsam begleitet und jederzeit unterstützt hat.