Wendelin Bitzan

Wendelin Bitzan

Im Gedenken an Hans Peter Reutter

Vorgestern ist mein lieber Freund und Kollege, der Komponist, Musiktheoretiker und Kabarettist Hans Peter Reutter (1966–2026), nach schwerer Krankheit verstorben. Hans Peter war eine passionierte Lehrpersönlichkeit und ein Mentor, der in seiner über zwanzigjährigen Lehrtätigkeit an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf eine große Zahl von Studierenden geprägt hat. Mit seinem freundlichen Wesen und seiner Leidenschaft für musikalische Stile und Satztechniken aller Art war er mir seit meinem Eintritt in die Hochschule ein inspirierender Weggefährte im Beruflichen und Privaten, auf dessen Rat und Unterstützung man jederzeit zählen konnte. Außerdem war er ein engagiertes und geschätztes Mitglied der Gesellschaft für Musiktheorie und bereicherte die Fachgemeinschaft mit seinen Vorträgen, Blogposts und einer unerschöpflichen Menge an Lehrmaterialien, die er zum freien Gebrauch auf seiner Webseite zur Verfügung stellte. Viele meiner Kolleg:innen werden sich mit großer Zuneigung und Dankbarkeit an ihn erinnern. Möge er in Frieden ruhen!

Vorstandsamt bei der GMTH endet

Nach drei Amtszeiten gehöre ich dem Vorstand der Gesellschaft für Musiktheorie nun nicht mehr an. Ich bin dankbar für die Chance, gemeinsam mit vielen engagierten und kompetenten Kolleg:innen an verschiedenen Fragen und Themenfeldern, die für die deutschsprachige akademische Musiktheorie von Belang sind, gearbeitet haben zu können. Seit 2020 habe ich mich bemüht, Impulse und Problemlagen wie Arbeitsethos, Employability, faire Vergütung, öffentliche und internationale Sichtbarkeit der Gesellschaft, Methodik der digitalen Lehre und Repräsentation in den sozialen Medien in die Vorstandsarbeit einzubringen und die GMTH zunehmend auch hochschulpolitisch zu positionieren. Einige dieser Anliegen werden, so hoffe ich, auch für die zukünftige Arbeit der Gesellschaft eine Rolle spielen.

Der neu gewählte Vorstand der GMTH ist jünger und diverser als jemals zuvor und besteht aus den folgenden Personen: Georg Thoma, Maren Wilhelm, Paula Kaiser, Theresa Carlsson, Jan Meßtorff, Meike Senker und Tobias Hauser. Alles Gute für eure Zusammenarbeit!

Spenden für Buchprojekt erbeten

Liebe Freund*innen und Kolleg*innen, ich habe eine Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung meines neuen Buchprojekts beim Georg Olms Verlag gestartet: ein hybrider Sammelband mit dem Arbeitstitel Tönende Architekturen des Ostens, der meine letzten Forschungsergebnisse zu osteuropäischer Musik und Musiktheorie versammeln soll. Es wird neun Kapitel geben, die sich verschiedenen russischen und sowjetischen Komponisten und Theoretikern widmen, darunter Sergej Tanejew, Alexander Skrjabin, Sergej Rachmaninow, Nikolaj Medtner, Igor Strawinsky und Dmitrij Schostakowitsch. Weitere Details findet ihr auf der Kampagnenseite. Wenn ihr euch vorstellen könnt, dieses unabhängige Buchprojekt zu unterstützen, das ohne universitäre Anbindung und außerhalb einer Publikationsreihe realisiert wird, würde ich mich sehr über einen Beitrag zu den Druckkosten freuen. Bitte teilt diesen Post außerdem in euren Netzwerken und Umfeldern. Vielen herzlichen Dank!

» Link zum Crowdfunding

Präsentation über Caroline Shaw in Barcelona

In der nächsten Woche werde ich das Vergnügen haben, einen Vortrag bei der diesjährigen European Music Analysis Conference zu halten, die vom 7. bis 10. September von der Escola Superior de Música de Catalunya in Barcelona ausgerichtet wird. Meine Präsentation trägt den Titel »Dots, Ovals, and Planes: Harmonic Strategies in Caroline Shaw’s Music for Strings and Vocal Ensembles« und findet am Mittwoch, 9. September um 19 Uhr statt. Darin werde ich Kompositionen wie Entr’acte, Punctum und Partita for Eight Voices mit Blick auf characteristische Akkordfortschreitungen, Sequenzstrukturen und harmonische Modelle untersuchen. Die Musik der US-amerikanischen Performerin und Komponistin fasziniert mich seit mehreren Jahren, und ich freue mich, über sie vor einem internationalen Fachpublikum sprechen zu können. Anfang Oktober werde ich den Vortrag noch einmal in deutscher Sprache beim Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie in Halle an der Saale präsentieren.

Kandidatur beim Landesmusikrat Berlin

In der nächsten Woche kandidiere ich für ein Beisitzeramt im Präsidium des Landesmusikrats Berlin. Als Präsidiumsmitglied möchte ich mich entsprechend meiner Schwerpunkte in der kulturpolitischen Gremienarbeit und meiner Tätigkeit im Tonkünstlerverband Berlin vor allem für die Belange der freien Musikszene einsetzen. Wichtige Themen sind dabei:

  • Selbstständige Lehrtätigkeiten an öffentlichen und freien Musikschulen: faire Vergütung, Honorarrichtlinien, Rechtssicherheit, Perspektiven nach dem Herrenberg-Urteil
  • Strukturelle Belange der musikpädagogischen Hochschulausbildung: Qualifikationsfragen, Employability, Übergang ins Arbeitsleben, berufliche Perspektiven

Da Persönlichkeiten aus der freien Musikszene im Präsidium des Landesmusikrats bisher unterrepräsentiert sind, würde ich mich, sofern ihr einen Mitgliedsverband des LMR vertretet, über Eure Unterstützung freuen!