Als ein sowohl künstlerisch als auch wissenschaftlich tätiger Mensch empfinde ich keinen derartigen Publikationsdruck, wie ihm jemand in den Geistes- oder Naturwissenschaften ausgesetzt sein mag. Dennoch ist es mir ein Bedürfnis, regelmäßig zur Forschungslandschaft meiner Interessengebiete beizutragen, indem ich für Zeitschriften, Tagungsbände oder monographische Studien schreibe, und auf diese Weise mein publizistisches Profil zu schärfen. Dabei scheint mir ein uneingeschränkter OpenAccess mit Hilfe von CreativeCommons-Lizenzen unter Verzicht auf jegliche Gebühren oder Restriktionen für potentielle Leser_innen der geeignetste Weg der Veröffentlichung zu sein – vor allem deshalb, weil mein Berufsfeld, gemessen an seiner allgemeinen gesellschaftlichen Relevanz, als marginale Disziplin gelten kann. Freie Zugänglichkeit bedeutet mir mehr als Monetarisierung meines Schreibens. In anderen Worten: So, wie sich die akademische Landschaft derzeit darstellt, sehe ich keinen Mehrwert im kommerziellen Publizieren.

Augenscheinlich ist diese Haltung aber einigen Partnern im publizierenden Gewerbe fremd. Obwohl es in Europa und Nordamerika viele überzeugende Beispiele für Gold- und Green-OpenAccess-Strategien gibt, bin ich in der letzten Zeit auf Schwierigkeiten gestoßen, wenn es darum ging, meine Arbeiten nach einer Phase der konventionellen Printpublikation neu zu verwenden oder im Netz zu archivieren. Etwa gibt es Zeitschriften, die grundsätzlich keinen Green-OpenAccess nach einer Sperrfrist gestatten oder die Autor_innen für Veröffentlichungen auf Portalen außerhalb der persönlichen Webseite zur Kasse bitten. Plattformen wie Academia.edu oder ResearchGate erlauben es Forschenden, ihre Arbeitsergebnisse auf nichtkommerzieller Basis bereitzustellen, ohne dass Geld fließt, werden aber trotzdem für ihren vermeintlich profitorientierten Ansatz kritisiert und gegen andere Repositorien ausgespielt – vor allem durch Verlage, die selbst bisher keine tragfähige OpenAccess-Strategie entwickelt haben. Ein zeitgemäßer Umgang mit Urheberrechtsfragen und Nutzungsrechten sollte nicht allein die traditionelle Verlagsperspektive vertreten, sondern die Belange und Interessen der Autor_innen entscheidend berücksichtigen. Lange Rede, kurzer Sinn: Unter der Prämisse, dass ich weder für eine Publikation zahle noch dafür bezahlt werde, gedenke ich meine Texte und Artikel ebenso auf eine Weise zu veröffentlichen, bei der den Leser_innen keine Kosten entstehen, und werde diesen Grundsatz auf meine künftigen Publikationen anzuwenden trachten.